Ambrose Rhapsody Murray: Knoxville Girl
Knoxville Girl
ERöffnung:
donnerstag, 5. November 2026
18:00 - 20:00 uhr
Ambrose Rhapsody Murray (geb. 1996) ist eine multidisziplinäre Künstlerin mit Wurzeln in Florida und North Carolina im Süden der USA. Sie arbeitet mit verschiedenen Medien wie Malerei, Textil, Installation und Film und entwickelt kollaborative Projekte. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit kolonialen Einflüssen, die bis heute unseren Alltag prägen, mit der Darstellung und symbolischen Bedeutung Schwarzer weiblicher Körper sowie mit der Frage, wie wir uns erinnern und wie sich Erinnerungen im Laufe der Zeit verändern und überlagern.
Für ihre Ausstellung „Knoxville Girl“ in der Galerie Kandlhofer in Wien wendet sich Ambrose Rhapsody Murray den frühen Traditionen der Folkmusik ihrer Heimat, den westlichen Regionen North Carolinas zu.
„Knoxville Girl“ ist eine traditionelle Appalachen-Mörderballade, deren Ursprünge bis zu den britischen Flugschriften des 17. Jahrhunderts zurückreichen. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich über die Grenzen gesellschaftlicher Normen hinwegsetzt und schließlich ihrem mörderischen Geliebten zum Opfer fällt. Die sogenannten Murder Ballads fungieren als eine Art kulturelle Belehrung, indem sie jungen Männern und Frauen die Grenzen ihres Verhaltens innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft vor Augen führen.
Mit einer fröhlichen, beinahe beschwingten Melodie erzählen sie Geschichten von Tragödie und Romantik und legen dabei die verborgenen gesellschaftlichen Erwartungen offen, die Geschlechterrollen und romantische Liebe prägen.
Auszug aus dem Ausstellungstext
Den vollständigen Ausstellungstext, weitere Informationen zur Künstlerin sowie alle Details zur Ausstellung finden Sie im Ausstellungstext am Ende dieser Seite.
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Ambrose Rhapsody MurrayBedroom, 2026silk habotai and silk dye43 x 61 cm
16 7/8 x 24 in -
Ambrose Rhapsody MurrayIn Your Arms, 2026silk habotai and silk dye43 x 61 cm
16 7/8 x 24 in -
Ambrose Rhapsody MurrayIris, 2026silk habotai and silk dye43 x 61 cm
16 7/8 x 24 in -
Ambrose Rhapsody MurrayKnoxville Girl, 2026silk habotai and silk dye43 x 61 cm
16 7/8 x 24 in -
Ambrose Rhapsody MurrayLeona, 2026silk habotai and silk dye95 x 130 cm
37 3/8 x 51 1/8 in
Focus On: Ambrose Rhapsody Murray
Knoxville Girl
Ausstellungsdauer Öffnungszeiten
5. November - 5. Dezember 2026
Für ihre Ausstellung „Knoxville Girl“ in der Galerie Kandlhofer in Wien wendet sich Ambrose Rhapsody Murray den frühen Traditionen der Folkmusik ihrer Heimat, den westlichen Regionen North Carolinas zu.
„Knoxville Girl“ ist eine traditionelle Appalachen-Mörderballade, deren Ursprünge bis zu den britischen Flugschriften des 17. Jahrhunderts zurückreichen. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich über die Grenzen gesellschaftlicher Normen hinwegsetzt und schließlich ihrem mörderischen Geliebten zum Opfer fällt. Die sogenannten Murder Ballads fungieren als eine Art kulturelle Belehrung, indem sie jungen Männern und Frauen die Grenzen ihres Verhaltens innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft vor Augen führen.
Mit einer fröhlichen, beinahe beschwingten Melodie erzählen sie Geschichten von Tragödie und Romantik und legen dabei die verborgenen gesellschaftlichen Erwartungen offen, die Geschlechterrollen und romantische Liebe prägen.
1968 brach Dolly Parton mit ihrem Lied The Bridge mit der traditionellen Erzählweise der Appalachen-Mörderballaden: Erstmals wurde die Geschichte aus der Perspektive einer jungen Frau erzählt. Dieser ungewöhnliche Perspektivwechsel sorgte für Kontroversen; das Lied wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren vielfach aus dem Radioprogramm verbannt. In ihrer Ausstellung greift Murray diese Tradition auf und verschiebt den erzählerischen Fokus auf jene Mädchen und Frauen, deren Geschichten in den Mörderballaden im Zentrum stehen. Wer sind sie? Wovon träumen sie, worüber denken sie nach, wonach sehnen sie sich? In Anlehnung an die beschwingten Rhythmen und die farbenfrohe Bildsprache der Mörderballaden wirken Murrays Arbeiten warm und einladend, während sich unter ihrer Oberfläche vielschichtige Geschichten verbergen. Obwohl jedes Gemälde eine andere Figur zeigt, sind die Werke durch gemeinsame Themen miteinander verbunden: Liebe, Tragik, Einsamkeit, Schönheit, Begehren, Sehnsucht und Selbstfindung.
Ausgehend von gefundenen Fotografien entwickelt Murray ihre Bildmotive, die sie auf Seide überträgt. Dabei arbeitet sie mit Wachsreservierung und dem schichtweisen Auftrag von Seidenfarben. Die leuchtende Farbigkeit und die sanften, aquarellartigen Eigenschaften des Materials verleihen den Arbeiten eine romantische, beinahe traumartige Atmosphäre. Mit dem Rückgriff auf traditionelle Techniken der Seidenmalerei, die eng mit kunsthandwerklichen und folkloristischen Erzähltraditionen verbunden sind, knüpft die Künstlerin an die Überlieferungsformen der Balladen an. Wie deren Verfasser*’innen nutzt auch Murray ihre Arbeiten, um den Betrachter*innen eine symbolische Botschaft zu vermitteln.
Murray beschreibt ihre Arbeit als einen Liebesbrief an alle Liebenden und als Hommage an die Geschichten, Leben und Stimmen von Frauen sowie weiblich gelesenen und femininen Personen. Die Arbeiten eröffnen einen Raum, in dem Verletzlichkeit auf Zärtlichkeit trifft und in all ihren Facetten angenommen wird. Sie schaffen ein Gefühl von Zugehörigkeit, Geborgenheit und einer besonderen Form von Sakralität – einen geschützten Ort, an dem jene, die dessen bedürfen, Anerkennung, Fürsorge und bedingungslose Annahme erfahren.
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Über den Künstler:
Ambrose Rhapsody Murray (geb. 1996) ist eine multidisziplinäre Künstlerin mit Wurzeln in Florida und North Carolina im Süden der USA. In ihren Arbeiten, die Nähen, Malerei, Installationen, Materialexperimente, Film sowie kollaborative Projekte umfassen, untersucht sie die kolonialen Unterströmungen unseres Alltags, die aufgeladene Symbolik Schwarzer weiblicher Körper sowie die flüchtigen und vielschichtigen Qualitäten von Erinnerung und Erinnern.
Murray erwarb 2018 ihren Bachelor-Abschluss in Black Studies an der Yale University und schloss 2026 ihr MFA-Studium (Master of Fine Arts) in Painting/Printmaking an der Yale School of Art ab. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in Cultured Magazine, Artsy, SEEN und Galerie Magazine vorgestellt. Sie ist US Presidential Scholar in the Arts, Alumna des Black Rock Senegal Residency Programms und wurde in die Forbes-Liste „30 Under 30“ aufgenommen. Ihre Werke wurden in den USA und international ausgestellt und befinden sich in den permanenten Sammlungen des Studio Museum in Harlem sowie des Montclair Art Museum.
Ausgewählte Einzelausstellungen: 2025: “My Memory Is a Machine”, University of Tennessee, Ewing Gallery, Knoxville, TN, US; 2024: “My Memory Is a Machine”, Alma Lewis Gallery, Pittsburgh, PA, US; 2022: “Oceans and Stars and Tulips”, BODE Projects, Berlin, Germany; 2021: “Within Listening Distance of the Sea…", Fridman Gallery, New York, NY, US; 2021: “They looked at us like violet”, N’Namdi Contemporary, Miami, FL, US.
Ausgewählte Gruppenausstellungen: 2026: “Entangled”, Galerie Kandlhofer, Vienna, Austria; 2026: “The Dance”, Abigail Ogilvy Gallery, Los Angeles, CA, US; 2026: “S-Curve”, FLAG Art Foundation, New York, NY, US; 2026: “Somehow Desire”, Yale MFA Thesis Exhibition (Group 1), New Haven, CT, US; 2025: Miami Art Basel, Southern Guild Gallery, Miami, FL, US; 2025: “In Us Is Heaven”, Southern Guild Gallery, Los Angeles, CA, US; 2025: “A Friend Named Cousin”, Cierra Britton Gallery x Joe Freshgoods, New York, NY, US; 2024: “Century: 100 Years of Black Art” at MAM, curated by nico w. okoro and Adrienne L. Childs, Montclair Art Museum, Montclair, NJ, US; 2024: “Go Tell it On the Mountain: Black Folx and Their Church”, curated by Alyssa Alexander, Swivel Gallery, New York, NY, US; 2023: “The Threads We Follow”, curated by Maya Brooks, Southeastern Center for Contemporary Art, Winston-Salem, NC, US; 2023: 1-54 Contemporary African Art Fair, Superposition Gallery, Marrakech, Morocco; 2022: “Between the deep blue”, Gasworks, London, England; 2022: Frieze LA, Jeffrey Deitch Gallery, Los Angeles, CA, US; 2022: “A question of vibrancy/earthly sight”, curated by Essence Harden, Eduardo Secci Gallery, Florence, Italy; 2022: Woman to Woman, BODE Projects, Berlin, Germany; 2021: Miami Art Basel, Jeffrey Deitch Gallery, Miami, FL, US; 2021: FETICHE, curated by Ebony Haynes, Morán Morán Gallery, Mexico City, Mexico; 2021: Armory Art Fair, Fridman Gallery, New York, NY; US; 2021: “Amplify, Virginia Museum of Contemporary Art, Virginia Beach, VA, US.
Künstlerresidenzen: 2025: Artist-in-Residence, University of Tennessee, Knoxville, TN, US; 2023: Large-scale textile commission & installation for stage performance, Communion, Common Ground Performance Festival, Fisher Center, Bard College, NY, US; 2023: Black Rock Residency, Dakar, Senegal; 2023: Atlantic Center for the Arts, Residency #190, New Smyrna Beach, FL, US; 2020: Long Road Projects, Jacksonville, FL, US; 2020: Fountainhead Residency, Miami, FL, US.
