Karl Karner (geb. 1973 in Feldbach, Österreich) lebt und arbeitet in Feldbach, Österreich. Karner studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Professor Heimo Zobernig.
Karner positioniert seine Arbeit zwischen den Disziplinen der bildenden Kunst, der Performance und des Tanztheaters. In seiner Praxis setzt sich Karner immer wieder mit der Körperwahrnehmung und dem Konzept der Körperlichkeit selbst auseinander. Diese beziehen sich nicht nur auf den menschlichen Körper, sondern können auch als eine breite Auseinandersetzung mit Objekt, Materialität und Raum verstanden werden. In den Installationen und Kunst-Environments des Künstlers werden Betrachter:innen häufig zu Akteur:innen. Solche partizipativen Impulse betonen die Ironie, die diesen Kunstwerken innewohnt.
Die Wiederholung von wiederkehrenden Motiven verweist auf die serielle Produktion von Industrieobjekten. Bei Karner sind diese Motive handgefertigte Stücke aus Gusseisen, die Teil des künstlerischen Prozesses werden. Seine bevorzugten Motive sind Schnabelwesen, Hunde oder Hasen, oft mit Bronze oder Gold überzogen. Es hat fast den Anschein, als würden diese unbelebten fantastischen Kreaturen von Protagonist:innen zum Leben erweckt werden. Die von Karner geschaffenen Environments erzeugen durch ihr interaktives Potenzial verschiedene Formen der Darstellung, die ähnlich wie Theaterrequisiten komponiert sind und durch eine Reihe von performativen Gesten ergänzt werden.
Karl Karners multisensorische, fiktive Märchenwelten erzählen eine Geschichte von sich ständig wiederholenden Schauplätzen des Alltags, die allerdings in ihrer Funktion dekonstruiert sind und die Absurdität bestimmter Vorgänge und Elemente deutlich machen. Zu den jüngeren Erkundungen in Karners Praxis gehört die Herstellung von Strumpfhosen, auf die er seine Zeichnungen druckt. Die Strumpfhosen sind das Ergebnis von Karners Überlegungen, wie er seine Zeichnungen in der Realität zum Leben erwecken kann, indem er die Spontaneität und den expressiven Charakter des Zeichnens nutzt. Durch das Tragen der Strumpfhosen geraten die Zeichnungen automatisch in einen Zustand des Theaters, wobei der Körper zur Leinwand für das Medium wird.
Zu den jüngsten Einzelausstellungen zählen: 'Brutbladd_the horse eats with me', Galerie Lisa Kandlhofer, 2021, 'rhabarber schwarz', Artdepot Gallery, Innsbruck, 2018; 'getting down on knees and nerves' collaboration with Nana Mandl, Kunsthalle Graz, 2018; 'Spiel gerade Höllentor', Galerie Lisa Kandlhofer, 2016; 'Nude Program', ABContemporary, 2016; 'Lungball', Galerie Lendl, 2016 und 'FakeFukoo', ABContemporary, 2015.
