Galeristin Lisa Kandlhofer im Gespräch

Wien for women only

Galeristin Lisa Kandlhofer im Interview über die junge österreichische Kunstszene, Museen und Kunsträume und ihre persönlichen Empfehlungen und Highlights.

 

Wofür stehen Sie und Ihre Galerie Lisabird Contemporary?

Ich wollte eine Plattform für junge Künstler schaffen – mit dem Schwerpunkt Malerei und Skulptur sowie dem Fokus auf österreichische Kunst. Aber mir ist es auch ein Anliegen, immer wieder internationale Künstler nach Wien zu bringen. Gerade haben wir einen in Paris lebenden, peruanischen Künstler – Pier Stockholm – auf der UNTITLED Art Fair in Miami Beach gezeigt.

Was tut sich in der österreichischen Kunstszene? Wen sollte man sich merken?

Derzeit ist zu beobachten, dass einige Künstler nun international durchstarten. Dazu gehören Tobias Pils, Markus Bacher und Chris Rosa, ebenso wie Nick Oberthaler. Auch die Fotografin Tina Lechner ist auf dem besten Weg. Wien hat sich generell internationalisiert, ausländische Künstler kommen gerne nach Wien.

Welche Museen und Kunsträume schätzen und empfehlen Sie?   

Die Wiener Secession, die Galerie Meyer Kainer und das KHM – die Kunstkammer ist ebenso sensationell wie einzigartig. Momentan gibt es zwei fantastische Ausstellungen zu sehen: Vija Celmins und Julia Haller in der Secession und Olafur Eliasson im Winterpalais von Prinz Eugen. Den Kunstraum „Im Ersten“, den Indra Jäger und Unyong Kim regelmäßig mit einem spartenübergreifenden Programm bespielen, finde ich auch sehr spannend. Sie wurden heuer sogar für den Nestroypreis nominiert.

Wen zeigen Sie derzeit in Ihren Ausstellungsräumen?

In der Galerie präsentieren wie den jungen deutschen Künstler Maximilian Prüfer. Er hat nach einem 4-jährigen Forschungsprozess eine neue, innovative „Drucktechnik“ entwickelt, die es ihm ermöglicht Fußabdrücke von Ameisen und Flügelschläge von Wespen festzuhalten. Durch die Beobachtung von Insekten beantwortet er weltliche Fragen. Außerdem gibt es eine große Retrospektive von TOMAK mit seinen wichtigsten Werkzyklen – Malereien, Collagen und Texte –  „The Rise & Fall of Tomaque Deville“ oder „TOMAK & die Waldorf Astorias“ im neuen 500m2 Space – den eventuell künftigen, neuen Galerieräumen – zu sehen.

 

von Nicole Adler

December 17, 2015