FLUG – MAXIMILIAN MORITZ PRÜFER IN DER GALERIE LISABIRD CONTEMPORARY

Parnass

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Die Galerie Lisabird Contemporary präsentiert mit der Ausstellung „Flug“ erstmals den deutschen Künstler Maximilian Prüfer in Wien. Eine besondere Position und auch eine besondere Ausstellung. Maximilian Prüfer arbeitet seit fünf Jahren an der Entwicklung eines Druckverfahrens: der Naturantypie. Damit zeichnet er natürliche Bewegungen, Prozesse und Phänomene auf. Wegen der sensiblen Oberfläche des Druckgrundes ist es ihm möglich, kleinste Bewegungen aufzufangen und darzustellen: die Flügelschläge von an Lampen vorbeifliegenden Nachtfaltern oder die Spuren von Ameisen. Er benutzt die Druckfläche als Seismograf kleinster Ist-Zustände. Für seine philosophisch-künstlerische Untersuchung von natürlichen Prozessen und Phänomenen wurde Maximilian Moritz Prüfer nach Abschluss seines Studiums mit dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Bildende Kunst ausgezeichnet. Prüfer hatte im Wintersemester 2012/2013 den Masterstudiengang Design- und Kommunikationsstrategie mit seiner Abschlussarbeit „Übergegenständlichkeit − Kunst als Naturerkenntnis" abgeschlossen. Das Verhalten der Tiere ­­– die Spuren der Schnecken oder die unterschiedlichen Kreisbewegungen der jeweiligen Ameisenarten – sieht er als Analogie zum Menschen. So sind seine Arbeiten nicht nur hochästhetische Objekte, sondern reale Abbilder einer konzeptionellen Auseinandersetzung mit der Welt. „Mich interessiert ein erkenntnisbringender Moment, der sich durch das Betrachten und vor allem durch die Herstellung des Bildes manchmal einstellt. Selbst wenn dieser nur gedacht ist und nicht beobachtet, das Ding ins Große, jedoch oft stellvertretend stehend für den Mensch, ins Kleine transportiert. Mich faszinieren Bewegungen und Muster; Zeit; Raum und das was fliegt.“ Besonders beeindruckend ist das Triptychon eines verwesenden Vogels, in dem das Tabuthema Tod und Verfall im Fokus steht, jedoch als positiv gestimmtes Bild erscheint. Das Faszinierende an seinen Werken sind das einzigartige methodische Verfahren sowie das noch nie Dagewesene seiner Ästhetik. Er erweitert mit seiner Methode die Möglichkeiten der Malerei, indem er Bewegung unabhängig von Werkzeugen darstellt.

„Die menschliche Anatomie erlaubt im bildschaffenden Moment ein bestimmtes Potenzial an Bewegung und somit der Darstellung. Mittels der Naturantypie ermögliche ich fast jeder Bewegung eine Darstellung auf dem Bild.Grundlage für jedes meiner Bilder ist ein genaues Konzept des Bildes, das ich jedoch meist nicht durch mich selbst, sondern mittels eines natürlichen Phänomens oder Bewegungen umsetzen lasse. Mich fasziniert ganz einfach gesagt, wie man komplexe Themen sichtbar machen oder eine Möglichkeit der Erklärung finden kann." (Maximilian Prüfer)

Filmdoku:  https://vimeo.com/143810702

November 5, 2015