Maximilian Prüfer | Brut

23 March - 29 April 2017

For six years Maximilian Prüfer has been developing his own printing process. Using what he calls “naturantype,” the artist records such phenomena as the beating wings of moths, or the trails of ants and snails and questions their structural processes. Prüfer’s works are highly aesthetic objects and conceptual examinations of the world. In December 2016 Prüfer´s first monograph "Brut" was published by Hatje Cantz. 

Berlin, January 17, 2017 – “I’m fascinated by movement and patterns, time, space, and antyhing that flies,” explains Maximilian Prüfer.

 

The thirty-year-old has developed a printing technique that makes it possible for him to capture even the most minimal of movements and preserve them in the form of a print. His specially coated paper is so sensitive that it allows the tracks of ants or the beating of a moth’s wings to be seen. Although the process of creating an image seems to be left to chance, Prüfer also provocatively intervenes in the movements, by using traces of scent, bait, and obstructions to pre-determine the direction paths will take.

 

For Prüfer, the swarm is a structural model, while the printed surface is a seismograph of the most miniscule state of existence. How do living creatures behave in certain situations; how do they organize themselves—and is it possible to perceive regularities in them? In dialogue with nature, Prüfer explores social and philosophical models using the animals as an example. He particularly examines the correlation between culture and evolution and puts his findings in relation to the behavior of man.

 

Yet, it’s not just the traces of the smallest living creatures that comprise a major theme of the art that Prüfer introduces in his role as a chronicler of change. The motion of water, or the vividness of a dead fish are existentially questioned. “At the moment an image is produced, human anatomy allows for the possibility of movement, as well as of portrayal. The naturantype makes it possible for me to depict nearly every movement in the image. The foundation for each of my pictures is a precise concept of the image—which, however, I usually don’t translate through myself, but through a natural phenomenon or through movements. To put it very simply, I’m fascinated by how one can make it possible to see complex themes, or discover an opportunity for clarity.”

 

Prüfer has been awarded the City of Augbsurg’s Art Prize for visual arts for his philosophical and artistic investigation. 

 Text: Hatje Cantz


 

Maximilian Prüfer arbeitet seit sechs Jahren an der Entwicklung eines eigenen Druckverfahrens: Mittels »Naturantypie« zeichnet der Künstler Flügelschläge von Nachtfaltern, Wege von Ameisen oder Schleimspuren von Schnecken auf und hinterfragt ihre strukturellen Prozesse.

Prüfers Arbeiten sind höchst ästhetische Objekte und konzeptionelle Auseinandersetzung mit der Welt. Im Dezember 2016 erschien Prüfers erste Monografie "Brut", herausgegeben von Hatje Cantz.

Berlin, 17. Januar 2017 – »Mich faszinieren Bewegungen und Muster; Zeit; Raum und das was fliegt«, erklärt Maximilian Prüfer.

 

Der 30-Jährige hat eine Drucktechnik entwickelt, die es ihm ermöglicht, selbst minimalste Bewegungen visuell zu erfassen und als Abdruck dauerhaft zu konservieren. Sein speziell beschichtetes Papier ist so sensibel, dass es Abdrücke von Ameisen oder Flügelschläge von Faltern sichtbar werden lässt. Prüfer überträgt einen Anteil des Bildentstehungsprozesses dem Zufall, greift jedoch auch provozierend in die Bewegungen ein: Mittels Duftspuren, Ködern und Begrenzungen gibt er Wege vor und visualisiert die Prinzipien der Emergenz.

 

Der Schwarm als Strukturmodell, die Druckfläche als Seismograph kleinster Ist-Zustände: Wie verhalten sich Lebewesen in bestimmten Situationen, wie organisieren sie sich – und lassen sich daraus Regelmäßigkeiten ableiten?

Prüfer führt einen Dialog mit der Natur und erforscht soziale sowie pilosophische Modelle am Beispiel der Tiere. Dabei betrachtet er insbesondere die Wechselseitigkeit zwischen Kultur und Evolution und setzt seine Erkenntnisse in Bezug zum Verhalten des Menschen.

 

Doch nicht nur die Spuren von Kleinstlebewesen sind ein zentrales Thema der Kunst, mit der sich Prüfer als Chronist der Veränderung vorstellt. Auch die Bewegungen des Wassers oder die Lebendigkeit eines toten Fisches werden existentiell hinterfragt. » Die menschliche Anatomie erlaubt im bildschaffenden Moment ein bestimmtes Potenzial an Bewegung und somit der Darstellung. Mittels der Naturantypie ermögliche ich fast jeder Bewegung eine Darstellung auf dem Bild. Grundlage für jedes meiner Bilder ist ein genaues Konzept des Bildes, das ich jedoch meist nicht durch mich selbst, sondern mittels eines natürlichen Phänomens oder Bewegungen umsetzen lasse. Mich fasziniert ganz einfach gesagt, wie man komplexe Themen sichtbar machen oder eine Möglichkeit der Erklärung finden kann.«

 

Für seine philosophisch und künstlerische Untersuchung wurde er mit dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Bildende Kunst mit dem Kunstförderpreis ausgezeichnet. 

Text: Hatje Cantz