Maximilian Prüfer

Maximilian Prüfer has been working on the development of his own new printing system: the so-called “Naturantypie”. Using it, he makes a record of natural movements, processes and phenomena.  Because of the sensitive surface of the printing area he is enabled to catch and illustrate the slightest movements: the wing beats of moths passing by lamps or the tracks ants leave behind. He uses the printing area for a seismograph of the smallest as-is states. Prüfer works on philosophical questions and analogies concerning man and questions the world with regards to its contents, independent of the point of view prominent in man. 

Thus, he makes visible unconscious processes of primitive life forms. He poses questions concerning existence when picturing the liveliness of a dead fish.

Maximilian Prüfer’s oeuvre does not only consist of highly aesthetical objects, but is made of real images created through a conceptual examination of the world. What is fascinating about his work is the unique methodological processing as well as the novelty prominent in his aesthetics. Using his method, he widens the potentials of drawing when displaying motion independent of tools.

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What is the action framework of things? What lies between all things that now exist and what potential is given to every single moment to manifest itself in the present fanned out in uncountable probabilities? What potential is comprised in the picture?

My work defines itself via the picture, because standing in contrast to a mere representation, my pictures represent what, in fact, is the represented itself. The representation of a creature is, thus, not the mere illustration of a living being, but is getting more and more concrete with the selfillustration of a specific creature.

 

The anatomy of man allows a certain potency of movement and, thus, of illustration when being in the moment of illustration. Using "Naturantypie" I can turn nearly every movement into a picture.

The foundation of each of my pictures is formed by an exact concept of the picture itself which is then realised not through me, but through a natural phenomenon or movements.

Simply put, I am fascinated of how complex themes can be made visible or how one can find a way of explaining them.

How can one, for instance, imagine thinking? How do experiences turn into imaginations? How does an idea turn into life? For me the seemingly chaotic swarming of ants searching for information on the forest floor and finally assembling in an ant trail form an outstandingly beautiful image.

Thinking as we imagine it to happen in a brain with connections and synapses is now swapped from the individual on to the forest floor, as if single ants who are bringing information to the centre – the lair – construct a metaphor for sensory perception and, in their wholeness, a functioning machine of abstract simplified thinking.

To me, there is a lot of poetry in my work. For instance, when I stand on one of my pictures and imagine that each ant that discovers me brings back a concise piece of information to the lair, thus defining me as enemy for the major part. Thus, an image is created that makes this process visible. My work enables me to gain a very fascinating approach to the world, as for instance, when exploring what an ant smells or tracing the wing beat of a moth. That is something that cannot be found in nature itself. A kind of representation that has never been seen before. It tempts me to work out these unseen images in an innovative way, and when doing so not only to create aesthetical objects, but also to process the questions that are arising throughout my work.

This is, for instance, to display the liveliness of a dead fish. I am interested in portraying the true nature of death. By doing so, I question the symbolism of a fish or a bird within the mythological context; asking questions concerning religion, spirituality and belief... and this via a perfectly real and worldly situation. I experiment on new processes that can make things visible. Thus, I have found a way to print cobwebs and another to transfer coloured scales of butterflies onto paper. I transfer what has already been produced by another creature or what was formed to become an animal throughout the course of an evolution process into an image that becomes finally visible also to the human eye.


 

Maximilian Moritz Prüfer arbeitet seit fünf Jahren an der Entwicklung eines Druckverfahrens: der "Naturantypie". Damit zeichnet er natürliche Bewegungen, Prozesse und Phänomene auf. Wegen der sensiblen Oberfläche des Druckgrundes ist es ihm möglich, kleinste Bewegungen aufzufangen und darzustellen: die Flügelschläge von an Lampen, vorbeifliegenden Nachtfaltern, oder die Spuren von Ameisen. Er benutzt die Druckfläche als Seismograf kleinster Ist-Zustände. Prüfer arbeitet an philosophischen Fragestellungen und Analogien zum Menschen und hinterfragt die Welt nach ihren Inhalten unabhängig von der menschlichen Sicht. So macht er unbewusste Prozesse primitiverer Lebensformen sichtbar.

Er stellt existenzielle Fragen, indem er beispielsweise die Lebendigkeit eines toten Fisches abbildet.
Maximilian Moritz Prüfers Arbeiten sind nicht nur hochästhetische Objekte, sondern reale Abbilder einer konzeptionellen Auseinandersetzung mit der Welt. Das Faszinierende an seinen Werken ist einerseits das einzigartige methodische Verfahren, aber auch das noch nie Dagewesene seiner Ästhetik. Er erweitert mit seiner Methode die Möglichkeiten der Malerei, indem er Bewegung unabhängig von Werkzeugen darstellt.

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Was ist das Handlungsgerüst der Dinge? Was liegt zwischen all den Dingen die jetzt sind und welches Potenzial hat jeder einzelne Moment, sich in unzählbaren Wahrscheinlichkeiten aufgefächert in das Jetzt zu festigen? Welches Potenzial hat das Bild?

Meine Arbeit definiert sich durch das Bild selbst, denn im Gegensatz zur reinen Darstellung, ist das, was auf meinen Bildern dargestellt ist, das Dargestellte selbst. Die Darstellung eines Lebewesens ist somit hier nicht ein Abbild eines Lebewesens, sondern konkretisiert sich mit der Selbstdarstellung eines bestimmten Lebewesenes.

Die menschliche Anatomie erlaubt im bildschaffenden Moment ein bestimmtes Potenzial an Bewegung und somit der Darstellung. Mittels der "Naturantypie" ermögliche ich fast jeder Bewegung eine Darstellung auf dem Bild.
Grundlage für jedes meiner Bilder ist ein genaues Konzept des Bildes, das ich jedoch meist nicht durch mich selbst, sondern mittels eines natürlichen Phänomens oder Bewegungen umsetzen lasse. Mich fasziniert ganz einfach gesagt, wie man komplexe Themen sichtbar machen oder eine Möglichkeit der Erklärung finden kann.

Wie kann man sich z.B. das Denken vorstellen? Wie werden aus Erfahrungen Vorstellungen? Wie entsteht eine Idee? Für mich ist das scheinchaotische Gewimmel von Ameisen, die auf einem Waldboden die Umgebung nach Informationen untersuchen und sich schlussendlich auf kürzester Strecke in einer “Ameisenstraße” zusammenfinden, eine weltschöne Vorstellung.

Dass das Denken - wie man es sich vielleicht in einem Gehirn mit Verschaltungen und Synapsen vorstellt, vor einem auf dem Waldboden aus dem Individuum ausgelagert darstellt, als wären einzelne Ameisen die zum Zentrum - dem Bau Informationen bringen, eine Metapher für Sinneswahrnehmung und in ihrer Gesamtheit ein funktionierender Apparat ganz abstrakten vereinfachen Denkens.
Für mich beinhaltet meine Arbeit viel Poesie. Wenn ich z.B. selbst auf einem meiner Bilder stehe und mir vorstelle, dass jede einzelne Ameise, die mich entdeckt, eine Kurzinformation zurück zu ihrem Bau bringt und sie mich in der Vielzahl als Feind definieren. Dabei wird ein Bild geschaffen, das diesen Prozess sichtbar macht.
Meine Arbeit ermöglicht mir einen Weltzugang, der mich stark fasziniert; z.B. zu sehen, was eine Ameise riecht oder die Spur eines Flügelschlags eines Nachtfalters. Etwas, das in der Natur selbst nicht zu finden ist. Also eine Darstellung, die man noch nie gesehen hat.
Es reizt mich eben diese Bilder, die ungesehen sind, innovativ herauszuarbeiten und dabei nicht nur bloße ästhetische Objekte zu schaffen, sondern die Fragen, die sich durch meine Arbeit stellen, zu verarbeiten.
Zum Beispiel die Lebendigkeit eines toten Stoffes zu zeigen. Es interessiert mich, bildhaft darzustellen was Tod wirklich ist. Und dabei die Symbolik eines Fisches, oder eines Vogels im mythologischen Kontext zu hinterfragen; Fragen nach Religion, Spiritualität und Glauben zu stellen. Und das mittels einer ganz realen und weltlichen Situation.

Ich experimentiere viel an neuen Verfahren, die Dinge sichtbar machen können. So habe ich eine Möglichkeit gefunden Spinnennetze abzudrucken und Farb-Schuppen von Schmetterlingsflügeln auf Papier zu übertragen.
Ich setze das, was also schon durch ein anderes Lebewesen produziert, oder durch einen Evolutionsprozess zum Tier geformt wurde, in ein menschlich erkennbares Bild um.