Karl Karner

Karl Karner creates bronze- and aluminum sculptures of a mystic and dreary beauty. The Austrian artist continuously discusses in his art - that includes, next to his sculptures, also extensively installed pieces of work and performances - the concepts of bodily perception and the concept of corporeality itself. These are not only related to the human body, but can yet be understood as a wide discussion of object, materiality and space.

 

There are two occasions when coincidence plays an important role in Karner's sculptures. Within an act of directed coincidence, the artist pours hot wax into water and lets it cool down slowly. A moment is turned into rest, bizarre, fragile forms are growing, baled lumps, yet, mainly delicate, reticulate structures. These are subsequently being put together to bigger figures, added to and densified with balls, sticks and similar utensils. Within the process of pouring, a second coincidental moment occurs. Mistakes in pouring are intentionally not erased, but are turned into a part of the sculpture - yes, they add to the immensely multi-layered character of these eerie beautiful pieces of work. The artist celebrates the act of processing; he has a keen sense of form and composition, of concretion and free space, of figuration and abstraction. Karner skillfully plays with the hard material and the delicately appearing form, with lightness and heaviness. It is also a game between the wild organic and the strictly geometric form. Black and white podiums, boards, but also tables are important parts of the works of art.

 

The sculptural forms seem like dissolving or newly forming, amorphous bodies and thus appear like a three-dimensional expressive drawing. This requires great skills because bronze normally resists to a sudden, spontaneous expression due to the hardness of the material. They become independent like wildly growing plants and make us think of coral reefs, fantastic landscapes or demonic creatures.


Karl Karner
erschafft Bronze- und Aluminiumskulpturen von rätselhafter wie düsterer Schönheit. Der österreichische Künstler setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit - die neben Skulpturen auch aufwändige installative Arbeiten und Performances umfasst - immer wieder intensiv mit Körperwahrnehmung und Körperlichkeit auseinander. Diese sind nicht nur auf den menschlichen Körper bezogen, sondern können vielmehr als umfassende Auseinandersetzung mit Objekt, Materialität und Raum verstanden werden.

 

Zweimal spielt der Zufall bei Karners Skulpturen eine wesentliche Rolle: In einem Akt des gesteuerten Zufalls lässt der Künstler heißes Wachs ins Wasser rinnen und langsam erkalten. Ein Moment wird zur Ruhe gebracht, bizarre, filigrane Formen entstehen, geballte Klumpen, besonders aber feingliederige, netzartige Strukturen. Diese werden in der Folge zu größeren Gebilden zusammengefügt, ergänzt und durch kleine Kugeln, Stäben und ähnlichen Utensilien verdichtet. Beim Gießprozess kommt es zu einem zweiten zufälligen Moment. Gussfehler werden bewusst nicht entfernt, sondern zu einem Teil der Skulptur gemacht - ja sie verstärken den so vielschichtigen Charakter dieser schaurig schönen Arbeiten. Dem Künstler ist das Prozesshafte wichtig, er hat ein feines Gespür für Form und Komposition, für Verdichtung und Freiraum, für Figuration und Abstraktion. Karner spielt dabei gekonnt mit dem harten Material und der zart wirkenden Form, mit Leichtigkeit und Schwere. Es ist aber auch ein Spiel zwischen wild organischer und streng geometrischer Form. Schwarze und weiße Podeste, Platten oder auch Tische sind wichtige Bestandteile der Kunstwerke.

 

Die skulpturalen Gebilde erscheinen wie sich auflösende oder auch neu entstehende, amorphe Körper und wirken dabei wie eine dreidimensionale expressive Malerei. Das setzt große Könnerschaft voraus, denn gerade Bronze widersetzt sich aufgrund der Härte des Materials normalerweise einer unmittelbaren, spontanen Expression. Wie wild wuchernde Gewächse verselbstständigenden sie sich und lassen an Korallenriffen, an phantastischen Landschaften oder auch an auch an dämonischen Wesen denken.